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Mehrfamilienhaus Südlaube
4332 Stein, Schweiz
Photos ©
Marco Hoch, Börje Müller Fotografie
Beschrieb
Der Neubau des Mehrfamilienhauses liegt auf einer Restfläche einer Gemeindeparzelle an der Schaffhauserstrasse in Stein. Unmittelbar an der Hauptstrasse steht eines der wenigen erhaltenen Gebäude des ehemaligen Dorfkerns. An die Brandwand dieses Altbaus angebaut, fügt sich der dreigeschossige Baukörper in die Schnittstelle zwischen Kern- und Dorfzone ein.
Mit seiner Formensprache vermittelt er zwischen der polygonalen Architektur des Rheinfelsparks und dem historisch geschützten Wohnhaus von 1803 in direkter Nachbarschaft.
Die leicht geknickte Nordfassade orientiert sich an den Linien des Rheinfelsparks und erzeugt einen gassenartigen Zwischenraum, der als Zugang zum Gartenhof dient. Auf der Südseite ist der Neubau gegenüber dem Altbau leicht zurückversetzt. In seiner Länge ist er einmal nach hinten gestaffelt und folgt so dem Verlauf der Grundstücksgrenze. Auch das dreiteilige Satteldach mit einer Neigung von 10 Grad trägt dazu bei, den Neubau in die gewachsene Dorfstruktur zu integrieren.
In den Obergeschossen sind insgesamt zehn Mietwohnungen projektiert. Erschlossen wird das Haus über eine offene Laubengangkonstruktion auf der Südseite mit einem innen liegenden Treppenhaus und einer sekundären Aussentreppe. Das Erdgeschoss entspricht in seiner Grundstruktur den Wohnungsgrundrissen, wird jedoch als zusammenhängende Bürofläche mit einer separaten Gartenwohnung ausgeführt.
Das Gebäude ist vollständig unterkellert. Ein Teil des Untergeschosses bildet die Einstellhalle, die an die bestehende Halle angebaut und ebenfalls über diese erschlossen wird. Im übrigen Teil befinden sich Kellerabteile, Garderoben, der Technikraum, Veloräume und weitere Nebenräume.
Der Ausdruck des Hauses wird durch die beidseitige, selbsttragende Lauben- und Balkonschicht in Holzbauweise geprägt. Die aus Balken und Stützen gefügte Konstruktion erzeugt eine vielschichtige, offene Gebäudehülle, die den teilweise knappen räumlichen Verhältnissen entgegenwirkt und wie ein Filter zwischen Innen- und Aussenraum funktioniert. Die moosgrün lasierten Elemente umschliessen das Gebäude wie ein Strickwerk aus Holz, dessen Zwischenräume mit einer sägerohen Holzschalung ausgefüllt sind. Die unterschiedlichen Grüntöne der Fassade nehmen Bezug auf die ebenfalls blassgrüne Eternitschalung des Altbaus und führen deren Farbtonalität in verschiedenen Nuancen weiter. So entsteht ein zusammenhängendes Gebäudeensemble aus Alt und Neu. Holzfenster und Handläufe aus Holz, eine Drahtgitternetzfüllung der Geländer sowie rote Textilstoren ergänzen das Erscheinungsbild der Fassade. Ein umlaufender Betonsockel bildet die Grundlage des Hauses. Seine Höhe über dem Boden trägt zugleich zum Schutz der Holzteile bei.
Auch in den Wohnungen kommt Farbe zum Einsatz. Einzelne Elemente wie grüne Vorhangbretter, Sockelleisten und Türzargen setzen gezielte Farbakzente. Die Holzfenster und Holztürblätter schaffen eine wohnliche Atmosphäre und stehen im Kontrast zu den harten Materialien wie den lasierten Betondecken und dem geschliffenen Unterlagsboden.
Der Keller und die Einstellhalle sind in Massivbauweise ausgeführt und hauptsächlich aus Beton gegossen. Ab dem Erdgeschoss ist das Gebäude als Hybridbau konstruiert. Die Tragstruktur mit den Decken, den Wohnungstrennwänden und dem aussteifenden Treppenhaus ist in Ortbeton erstellt. Die Fassaden des Erd- und der Obergeschosse bestehen aus vorgefertigten, gedämmten Holzelementen, die an den Deckenstirnen verankert sind.
Objekt Details
TAGS
Holz, Beton
Baujahr
2025
Architektur
Otto Partner Architekten
Photos
Marco Hoch, Börje Müller Fotografie
Standort
4332 Stein, Schweiz


















