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Tribunal cantonal

Rte du Signal 8, 1018 Lausanne, Schweiz

Photos ©

Joël Tettamanti

Beschrieb

Das Kantonsgericht liegt in der geschützten Parklandschaft der Hermitage oberhalb von Lausanne. Der bestehende Bau von Musy und Vallotton aus dem Jahr 1986 besitzt einen dreieckigen Grundriss und wird durch ein überdecktes Atrium organisiert. Die Erweiterung von Blättler Dafflon Architekten setzt an der südöstlichen Ecke des Bestands an und ergänzt ihn mit einem eigenständigen, kreisförmigen Volumen.


Der kompakte, sechsgeschossige Baukörper reduziert den Flächenverbrauch und bewahrt dadurch möglichst viel von der umgebenden Wiese und dem wertvollen Baumbestand. Seine zylindrische Form lässt das Gebäude aus unterschiedlichen Blickrichtungen schlank erscheinen und ermöglicht den Büroräumen weite Ausblicke über den Park, die Stadt, den Genfersee und die Alpen.


Die Erweiterung bleibt als neuer Bauteil klar erkennbar, ist im Inneren jedoch eng mit dem Bestand verbunden. Bestehende Geschosshöhen und Erschliessungsbeziehungen werden übernommen, sodass beide Gebäudeteile funktional als zusammenhängendes Gerichtsgebäude genutzt werden können. Während der Altbau weiterhin die öffentlich zugänglichen Gerichtssäle und Kanzleien aufnimmt, befinden sich im Neubau hauptsächlich Büroarbeitsplätze für Richterinnen, Richter und Mitarbeitende. Die Büros sind entlang der gekrümmten Fassade angeordnet. Im obersten Geschoss liegt eine Cafeteria mit direktem Bezug zur Landschaft.


Das zentrale Materialthema ist die konstruktive Verwendung von Holz. Stützen und Träger aus Buchenholz aus Waadtländer Wäldern bilden die sichtbare Tragstruktur des Neubaus. Ergänzt wird sie durch vorgefertigte Holz- beziehungsweise Holz-Beton-Verbunddecken und einen aussteifenden Kern aus Stahlbeton. Die regelmässig angeordneten Holzstützen strukturieren die Fassade und verleihen dem kreisförmigen Baukörper eine klare vertikale Gliederung.


Die Materialisierung verbindet die warme Präsenz des Holzes mit Glas, Beton und der mineralischen Erscheinung des Bestands. Dadurch entsteht keine formale Nachahmung des bestehenden Gerichtsgebäudes, sondern eine eigenständige Ergänzung, die über Proportion, Geschosshöhen und geometrische Klarheit auf den Altbau reagiert.


Die Erweiterung übersetzt die institutionelle Wirkung eines Gerichtsgebäudes in eine zurückhaltende, präzise Architektur und verbindet Repräsentation mit einem ressourcenschonenden Umgang mit Konstruktion und Landschaft.

Objekt Details

Thema

Baujahr

2025

Architektur

Blättler Dafflon Architekten

Photos

Joël Tettamanti

Standort

Rte du Signal 8, 1018 Lausanne, Schweiz

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