Beschrieb
Das Dienstgebäude an der Duttweilerbrücke in Zürich ergänzt das Reparaturcenter Zürich Altstetten der SBB mit Ausbildungswerkstätten und einem Personalrestaurant. Der Neubau stärkt den bestehenden Werkstandort und verankert ihn stärker im städtischen Umfeld. Durch seine Lage parallel zur Hohlstrasse nimmt der kubische Baukörper die räumliche Kante der historischen Werkstattgebäude auf und ordnet sich klar in das bestehende Industrieareal ein.
Besonders prägend ist die metallische Gebäudehülle. Sie knüpft an den technischen und industriellen Charakter der SBB-Werkstätten an und übersetzt diesen in eine zeitgemässe Architektursprache. Metall passt hier besonders gut, weil es mit Bahn, Werkstatt, Maschinenbau und Infrastruktur verbunden ist. Dadurch wirkt das Gebäude robust, funktional und präzise, ohne schwer oder massiv zu erscheinen.
Die Fassade übernimmt nicht einfach die historischen Werkstattgebäude, sondern interpretiert deren Material- und Farbwirkung neu. Durch metallische Oberflächen, klare Fassadenfelder und eine industrielle Farbigkeit entsteht ein Bezug zum Bestand, während der Neubau trotzdem als zeitgenössisches Gebäude lesbar bleibt. Das Metall unterstützt diese Wirkung stark: Es reflektiert Licht je nach Wetter und Tageszeit unterschiedlich und gibt der Fassade eine lebendige, technische Tiefe.
Auch gestalterisch ist Metall wichtig, weil es dem Gebäude eine gewisse Leichtigkeit verleiht. Im Gegensatz zu massiven mineralischen Fassaden wirkt die Hülle eher wie eine präzise Bekleidung oder ein technisches Kleid. Diese Materialwahl passt zur Nutzung des Hauses als Ausbildungs- und Betriebsgebäude der SBB. Sie zeigt nach aussen, dass hier nicht Wohnen oder Repräsentation im Vordergrund stehen, sondern Arbeit, Technik, Infrastruktur und Ausbildung.
Im Inneren befinden sich offene Ausbildungswerkstätten, die von allen Seiten belichtet werden. Diese flexible Raumstruktur ermöglicht unterschiedliche Ausbildungsformen und passt zur sich verändernden Arbeitswelt des öffentlichen Verkehrs. Im Eingangsgeschoss liegt das Personalrestaurant, das sowohl für Mitarbeitende der SBB als auch für die Öffentlichkeit zugänglich ist und das Werkareal zusätzlich belebt.
Das Projekt zeigt, wie ein funktionales Betriebsgebäude architektonisch sorgfältig mit einem historischen Industrieareal verbunden werden kann. Die metallische Fassade ist dabei nicht nur eine äussere Bekleidung, sondern ein wichtiger Teil der Aussage des Gebäudes: Sie verbindet den Neubau mit der Geschichte der Bahnwerkstätten und macht gleichzeitig die technische Gegenwart der SBB sichtbar.
Objekt Details
Thema
Holz / Beton
Baujahr
2020
Architektur
Brassel Architekten
Photos
Lukas Murer
Standort
Hohlstrasse 364, 8004 Zürich, Schweiz
Infos über:
Holz / Beton

Holz / Beton

Lehm

Beton












