Beschrieb
Die Schulanlage Campus Glattal an der Hagenholzstrasse 85 a und b in Zürich zeigt, wie bestehende Bürogebäude zu zeitgemässem Schulraum umgenutzt werden können. Statt einen klassischen Schulhausneubau zu erstellen, wurden ehemalige Büroräumlichkeiten des Holcim-Firmengebäudes in eine Sekundarschule mit Tagesschulbetrieb transformiert. Das Projekt reagiert damit auf den wachsenden Schulraumbedarf in Zürich-Nord und zeigt eine ressourcenschonende Alternative zum Neubau.
Das zentrale architektonische Thema ist die Umnutzung. Zwei bestehende Bürotürme wurden zu einer vertikal organisierten Schule umgebaut. Dadurch entsteht ein Schulhaus, das nicht wie eine traditionelle Schulanlage horizontal um Pausenhof und Klassentrakte organisiert ist, sondern über mehrere Geschosse funktioniert. Die Schule Campus Glattal zählt mit ihren sieben Stockwerken zu den höchsten Volksschulgebäuden Europas.
Die Herausforderung bestand darin, aus einer ursprünglich auf Büroarbeit ausgelegten Struktur ein kinderfreundliches und lernförderndes Umfeld zu schaffen. Dafür wurden die bestehenden Grundrisse geöffnet, angepasst und mit neuen Begegnungs- und Rückzugsorten ergänzt. Die Schule funktioniert nicht nur über einzelne Klassenzimmer, sondern über eine räumliche Abfolge von Lernbereichen, Aufenthaltszonen, Erschliessungsflächen und gemeinschaftlich nutzbaren Bereichen.
Besonders interessant ist der Umgang mit dem Bestand. Die vorhandene Gebäudestruktur wurde nicht abgebrochen, sondern weitergenutzt und neu interpretiert. Dadurch bleibt ein grosser Teil der bestehenden Bausubstanz erhalten. Das Projekt behandelt Nachhaltigkeit deshalb weniger über ein einzelnes Material, sondern über den bewussten Umgang mit vorhandenen Ressourcen. Die graue Energie des bestehenden Gebäudes wird genutzt, während durch den Umbau schnell zusätzlicher Schulraum geschaffen werden konnte.
Im Innern wurde grosser Wert darauf gelegt, die ehemalige Büroatmosphäre in eine schulische Umgebung zu verwandeln. Laut Stadt Zürich geschah dies unter anderem durch hochwertige Materialien, durchlässige Grundrisse, ein Farbkonzept, Signaletik und gezielte Eingriffe in die Haustechnik. So entsteht ein Lernort, der trotz der bestehenden Bürostruktur eine eigene Identität erhält.
Die Schulanlage Campus Glattal ist damit ein gutes Beispiel für Weiterbauen im Bestand. Sie zeigt, wie leerstehende oder anders genutzte Gebäude flexibel auf neue gesellschaftliche Anforderungen reagieren können. Das Projekt steht nicht primär für ein bestimmtes Baumaterial, sondern für eine architektonische Haltung: bestehende Strukturen ernst nehmen, anpassen und durch präzise Eingriffe in einen neuen Nutzungskontext überführen.
Objekt Details
Thema
Holz / Beton
Baujahr
2022
Architektur
Eloise C. Baumann Architekten
Photos
Lukas Murer
Standort
Hagenholzstrasse 85B, 8050 Zürich, Schweiz
Infos über:
Holz / Beton

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Lehm

Beton



















